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Unternehmen

Ein schwäbischer Mittelständler schreibt Erfolgsgeschichte

 

Emil Euchner - wie alles begann

1940 gründet Oberingenieur Emil Euchner ein Ingenieurbüro sowie eine Handelsvertretung in Stuttgart-Rohr.

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1903 in Reutlingen geboren, macht der spätere Firmengründer in einer ortsansässigen Dampfmaschinenfabrik zunächst eine Ausbildung als Mechaniker. Doch schon bald füllt ihn diese Aufgabe nicht mehr aus. In Esslingen studiert der schwäbische Tüftler anschließend Elektrotechnik und landet danach als Ingenieur bei einer Firma in Berlin, bei der er für die Entwicklung von Schaltgeräten zuständig ist. Die Weltwirtschaftskrise führt Emil Euchner in den 20er Jahren schließlich wieder zurück in seinen Geburtsort. Nach einer kurzen Zeit in Frankfurt übernimmt er eine Handelsvertretung in Stuttgart. Emil Euchner ist inzwischen verheiratet, Sohn Wolfgang ist ebenfalls schon auf der Welt. Grund für den Umzug: Ehefrau Julie Euchner hat es im Hessischen nie so richtig gefallen.

Wolfgang Euchner erinnert sich:
„Anfang der 50er Jahre kam mein Vater als Außendienstmitarbeiter zu einer Firma nach Nürtingen. Die hatten zufällig gerade Probleme mit ihrer Telefonanlage und mein Vater bekam mit, wie diese von einem Techniker der Firma Siemens mit neuen Schaltrelais repariert wurde. Statt mit 220 Volt schalteten die Relais mit 48 Volt und waren deshalb viel kleiner. Die Nürtinger Firma baute daraufhin die kleinen Geräte in ihre Schaltschränke ein. Davon angeregt entwickelte mein Vater den so genannten Reihengrenztaster, der seinen weltweiten Siegeszug zunächst unter dem Namen Nockenschalter antrat“.

Der Nockenschalter vereint innerhalb eines Gehäuses mehrere Einzelschalter. Es handelt sich dabei um einen technisch hoch entwickelten Befehlsgeber, der zum Positionieren und Steuern von Maschinen- und Industrieanlagen eingesetzt wird. Noch heute ist er ein Symbol für die Innovationskraft von EUCHNER.
Vom Nürtinger Maschinenbauer damals gefragt, ob Siemens selbst diese Geräte bauen könne, winkt das Unternehmen jedoch ab. Auch andere haben kein Interesse daran, darunter AEG und BBC. Der Grund: Die Stückzahlen sind zu gering. Emil Euchner, der das alles mitbekommt, entwickelt innerhalb von nur sechs Wochen zusammen mit seinem Bruder Paul Euchner im Souterrain in Rohr den ersten Reihengrenztaster, der nach Nürtingen verkauft wird. Die Nachfrage steigt. Schon bald reicht der Platz in der kleinen Kellerwerkstatt nicht mehr aus. Emil Euchner denkt daran zu expandieren. Doch das ist in Rohr nicht möglich.

 

Die Unternehmensgründung

1953 Gründung der EUCHNER + Co. durch Emil Euchner und Umzug nach Leinfelden.

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Im Jahr 1953 folgt dann der offizielle Gründungsakt. Emil Euchner ruft die Euchner + Co. ins Leben - ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. 

 

Der innovative Nockenschalter bringt das Unternehmen schnell voran

Der neue Schalter spart Platz und Material. Dadurch können die Kosten ungemein reduziert werden. Da der Reihengrenztaster von EUCHNER speziell und in enger Zusammenarbeit mit der ansässigen Werkzeugmaschinenindustrie konstruiert wird, ist es kein Zufall, dass EUCHNER ausgerechnet im wirtschaftlichen Zentrum Baden-Württembergs zuhause ist. Da die Nachfrage enorm steigt, expandiert das Leinfeldener Unternehmen zwischen 1953 und 1990 ständig.

 

Euchner - in zweiter Generation

1956 tritt Wolfgang Euchner in das Unternehmen ein. Als Firmengründer Emil Euchner 1961 nach langer, schwerer Krankheit stirbt, tritt Sohn Wolfgang die Nachfolge an. EUCHNER hat etwa 25 Mitarbeiter. Das Unternehmen macht einen Jahresumsatz von etwa einer Million D-Mark.

Die vereinigten Hüttenwerke in Unterböhringen

60er Jahre - In Leinfelden und der gesamten Region gibt es kaum Arbeitskräfte für die Montage. Der Grund: Die Automobilindustrie saugt alle Arbeitskräfte förmlich auf. Der Arbeitsmarkt ist nahezu leer gefegt. 1970 baut EUCHNER deshalb in Unterböhringen bei Bad Überkingen das Werk II.

Chance genutzt - Zukunft gesichert

1994 überwindet EUCHNER die Krise in der Werkzeugmaschinenindustrie und stellt die Weichen für eine sichere Zukunft. Ins Blickfeld rückt zunehmend die Sicherheitstechnik, die heute neben den Bereichen Automation sowie Mensch und Maschine eine der drei unternehmerischen Hauptsäulen von EUCHNER darstellt.

Wolfgang Euchner übergibt den Stab an die nächste Generation

1997 zieht sich Wolfgang Euchner aus der Geschäftsführung zurück und übergibt den Stab an seine beiden Söhne, die Diplom-Ingenieure Michael und Stefan Euchner. Aus EUCHNER + Co. wird die EUCHNER GmbH + Co. Während sich Stefan Euchner im Unternehmen um die kaufmännischen Aufgaben kümmert, ist Michael Euchner für die technische Geschäftsführung zuständig.

Ein halbes Jahrhundert muss gefeiert werden

2003 EUCHNER feiert 50-jähriges Bestehen. Das Unternehmen beschäftigt zu diesem Zeitpunkt in Leinfelden und in Unterböhringen 260 Mitarbeiter, weltweit sind es 360 Menschen und unterhält Tochtergesellschaften in zehn Ländern und hat in 18 weiteren Staaten Vertriebspartner. Der Jahresumsatz beträgt im Jahr 2001 knapp 50 Millionen Euro. Die EUCHNER GmbH + Co. ist ein klassisches Familienunternehmen mit weltweiter Präsenz.

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